Kategorie: FAQ

  • Was ist ISO 15118 und warum ist es für Smart Charging wichtig?

    ISO 15118 definiert das Kommunikationsprotokoll zwischen E-Fahrzeug und Ladestation. Version 20 ermöglicht bidirektionales Laden (V2G) und Plug & Charge (automatische Authentifizierung und Abrechnung). EMS-Systeme nutzen ISO 15118-Daten für präzise Ladeplanung basierend auf Fahrzeugzustand und Abfahrtszeit.

  • Was sind negative Strompreise und wie profitiert ein BESS davon?

    Negative Börsenstrompreise entstehen, wenn Überangebot (z. B. starker Wind + wenig Last) das Netz belastet. In diesen Stunden wird Strom nicht nur gratis geliefert, sondern dafür bezahlt, ihn zu verbrauchen. Ein BESS lädt in diesen Stunden gezielt auf und nutzt die Energie tagsüber – ein direkter Erlös von 20–100 €/MWh.

  • Was ist OCPP und welche Version ist heute Standard?

    Open Charge Point Protocol (OCPP) ist das Kommunikationsprotokoll zwischen Ladesäulen und dem Lademanagementsystem (CSMS). OCPP 2.0.1 ist der aktuelle Standard und unterstützt Smart Charging, V2G, ISO 15118 und verbesserte Sicherheitsfunktionen. Fast alle modernen Depot-Ladesysteme sprechen OCPP 2.0.1.

  • Was kostet eine Depotladeinfrastruktur für 20 E-Busse inklusive BESS?

    Schätzung für ein 20-Bus-Depot: Ladesäulen (20 × 22 kW AC = 80.000–120.000 €), Kabelinfrastruktur (100.000–200.000 €), BESS 1 MWh (300.000–400.000 €), EMS/Software (50.000–100.000 €), Trafo-Upgrades falls nötig (50.000–150.000 €), Planung/Inbetriebnahme (80.000–150.000 €). Gesamt: ca. 700.000–1.100.000 €.

  • Was ist Total Cost of Ownership (TCO) und wie schneidet ein BESS-Depot ab?

    TCO umfasst alle Kosten über die Lebensdauer: Investition, Betrieb, Wartung, Energiekosten, Netznutzungsgebühren. Ein BESS-Depot hat höhere Anfangsinvestition, aber deutlich niedrigere laufende Kosten als konventionelle Netzausbaulösungen. 10-Jahres-TCO-Vergleiche zeigen oft 20–40 % Gesamtersparnis mit BESS.

  • Was sind typische Wartungskosten für ein stationäres BESS?

    Jährliche Wartungskosten liegen bei 1–2 % der Investitionssumme (ca. 3.000–8.000 €/MWh/Jahr), einschließlich Softwareupdates, Zellkapazitätsmessungen, Kühlanlagenservice und elektrischer Inspektion. LFP-Systeme benötigen deutlich weniger Wartung als NMC-Systeme.

  • Wie sieht der typische Tagesablauf eines batteriegepufferten Depots aus?

    Nachts (22–6 Uhr): BESS lädt langsam aus Niedertarifstrom und PV (sofern verfügbar). Früh (4–8 Uhr): Fahrzeuge laden aus BESS + Netz; BESS kürzt Lastspitzen. Tag: PV lädt BESS; Gelegenheitsladen einzelner Busse. Abend (18–22 Uhr): Rückkehr der Flotte; BESS puffert den gleichzeitigen Ansteckstrom.

  • Was ist Lastmanagement und wie unterscheidet es sich von BESS?

    Lastmanagement (dynamische Ladeleistungsverteilung) verteilt die verfügbare Netzleistung auf alle Fahrzeuge und verhindert Überlastung ohne Speicher. Es ist kostengünstig, aber limitiert: Wenn alle Fahrzeuge voller Energie brauchen, ist keine echte Flexibilität vorhanden. BESS ermöglicht Lastverschiebung in der Zeit, nicht nur Verteilung der Momentanleistung.

  • Was ist ein Netzausbauersatzkonzept (NAK)?

    Ein NAK ist ein Konzept, bei dem durch dezentrale Flexibilitäten (BESS, DSM) ein physischer Netzausbau vermieden wird. Netzbetreiber vergüten solche Maßnahmen über Flexibilitätsmärkte (GOPACS, Comax) oder spezifische Vereinbarungen. Depots mit BESS können als NAK-Teilnehmer attraktive Vergütungen erzielen.

  • Was ist GOPACS und wie können Depots davon profitieren?

    GOPACS (Grid Operator Platform for Congestion Solutions) ist eine niederländische Plattform, über die Netzbetreiber Flexibilitäten bei Netzengpässen abrufen. Ähnliche Plattformen entstehen in Deutschland (Comax, Regelzonenübergreifende Flexibilität). Depots mit BESS können ihre Flexibilität dort anbieten und zusätzliche Einnahmen generieren.